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Ein Kolkrabe im Flug — Foto: Colin Dalton
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Punkrocker mit Biss – Hyänen Artikel
18. Okt. 2026

Punkrocker mit Biss – Hyänen

Sie fressen ihre Beute lebend, kichern wie Irre, und bei ihnen haben die Weibchen das Sagen: Hyänen brechen so ziemlich jede Regel. Ein Porträt der verkannten Rebellen der Savanne.

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Wo die wilden Luchse wohnen Artikel
29. Sept. 2026

Wo die wilden Luchse wohnen

Seit Jahrhunderten berühren die karpatischen Zauberwälder die Seelen der Menschen. Hier leben Drachen, Feen, Berggeister und Hexen.

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Elche, die Wildnishüter Artikel
23. Sept. 2026

Elche, die Wildnishüter

Die größten lebenden Hirsche der Erde sind Kälte-Spezialisten, sehr gute Schwimmer und tauchen immer häufiger auch wieder in Deutschland auf.

Wieso machen Elefanten Kunststücke? Artikel
14. Sept. 2026

Wieso machen Elefanten Kunststücke?

Elefanten sind klassische Wandertiere. Sie schließen tiefe soziale Bindungen untereinander und zeigen ein bewundernswertes Gedächtnis - wie passt das zu Zoohaltung und Zirkusdressur?

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Iberischer Wolf
11. Sept. 2026

Iberischer Wolf

Blickt neugierig in die Umgebung. Im Norden Portugals und in Spanien leben schätzungsweise rund 2.500 der Tiere.

Sprung ins Wasser
11. Sept. 2026

Sprung ins Wasser

Während der Großen Wanderung in der Serengeti und Masai Mara ziehen rund 2 Millionen Tiere gut 1.000 Kilometer über Land.

Sumatra-Tiger
11. Sept. 2026

Sumatra-Tiger

Wie ihr Name andeutet, leben die Tiere ausschließlich auf der indonesischen Insel Sumatra und sind stark vom Aussterben bedroht.

In Wassernähe
11. Sept. 2026

In Wassernähe

Drei junge Damhirsche in einem Gehege. Ursprünglich stammt die Tierart vom Festland des östlichen Mittelmeerraums.

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Landung auf Rosa
11. Sept. 2026

Landung auf Rosa

Ein Tagpfauenauge auf einer Wasserdostblüte. Tagpfauenaugen können bis zu 50 km weit fliegen.

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05. Juli 2026 · 83 Min.
3 Millionen im Labor: Deutschlands Tierversuchsindustrie
Julia Radzwill von Ärzte gegen Tierversuche erklärt, wie offizielle Zahlen das wahre Ausmaß des Leids verschleiern können — und welche tierversuchsfreien Methoden es bereits gibt.
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05. Juli 2026 · 65 Min.
3 Millionen im Labor: Deutschlands Tierversuchsindustrie (AI ENG Dub)
Julia Radzwill von Ärzte gegen Tierversuche erklärt, wie offizielle Zahlen das wahre Ausmaß des Leids verschleiern können — und welche tierversuchsfreien Methoden es bereits gibt.
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28. Okt. 2025 · 79 Min.
Leben wie ein Bär: In der Wildnis der Karpaten mit Erik Baláž
Wildlife-Filmemacher Erik Baláž erzählt von Jahrzehnten im Feld in den Karpaten — vom Leben mit Bären bis zum Kampf gegen illegalen Holzeinschlag.
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Live

Live-Kameras aus Nationalparks und Schutzgebieten

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Live
Live: Wasserloch Okaukuejo, Etosha-Nationalpark
Live-Kamera von NamibiaCam am beleuchteten Wasserloch von Okaukuejo in Namibia — hier zeigen sich u.a. Elefanten, Spitzmaulnashörner und Löwen.
Mehr über die Wasserlöcher im Etosha-Nationalpark

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Live
Live: Brooks Falls, Katmai-Nationalpark
Live-Kamera von explore.org an den Brooks Falls in Alaska — hier fischen Braunbären nach Lachsen.
Offizielle Seite des Katmai-Nationalparks (NPS)

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Live
Live: Unterwasser-Riffkamera, Utopia Village
Live-Kamera von explore.org am Sandy Channel Riff bei Utopia Village.
Mehr über Utopia Village auf Utila

Video

Videos und Shorts

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Video 08. Nov. 2026
Kolkräbin Fable – Rabenlaute und Stimmenimitation
Natürliche Laute von Raben – und wie hervorragend Kolkräbin Fable menschliche und andere Stimmen nachahmt. Untertitel bei Bedarf am Rädchen auf Deutsch einstellen. Rabenvögel sind Wildtiere und gehören nicht in Gefangenschaft; das Video dient nur zur Veranschaulichung ihrer sprachlichen Fähigkeiten. Mehr dazu im Artikel „Akrobatische Flieger mit mythischem Ruf – Rabenvögel“.

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Video 30. Okt. 2026
Sentient – Trailer
Trailer zum Dokumentarfilm „Sentient“ über Primaten in der Tierversuchsforschung und das moralische Dilemma der Wissenschaftler. Mehr dazu im Artikel „Makaken – nichts Böses sehen, hören, sagen“.

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Video 29. Okt. 2026
Tiere vor der Kamera – Schneeaffen in Japan (1979)
Tierfilm über die Japanmakaken bei Nagano, die im Winter in heißen Quellen baden – Thermalbecken ab Minute 32:30. Mehr dazu im Artikel „Makaken – nichts Böses sehen, hören, sagen“.

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Video 28. Okt. 2026
Die Hyänen-Männer von Harar
In der äthiopischen Stadt Harar füttern Männer seit Generationen wilde Hyänen. Mehr dazu im Artikel „Punkrocker mit Biss – Hyänen“.

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Video 27. Okt. 2026
Hyänen stehlen Beute
Tüpfelhyänen machen anderen Raubtieren ihre Beute streitig. Mehr dazu im Artikel „Punkrocker mit Biss – Hyänen“.

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Video 26. Okt. 2026
Into the Carpathian Wild – Trailer
Trailer zur vierteiligen Doku-Reihe von Erik Baláž über die letzte große Wildnis Zentraleuropas. Mehr dazu im Artikel „Wo die wilden Luchse wohnen“.

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Video 11. Okt. 2026
Kanzi – ein genialer Bonobo (Teil 1 von 4)
Dokumentation über den Bonobo Kanzi, der mit Hilfe von Symboltafeln (Lexigrammen) mit Menschen kommunizierte und gesprochenes Englisch verstand. Teil 1 von 4.

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Video 11. Okt. 2026
Kanzi – ein genialer Bonobo (Teil 2 von 4)
Dokumentation über den Bonobo Kanzi, der mit Hilfe von Symboltafeln (Lexigrammen) mit Menschen kommunizierte und gesprochenes Englisch verstand. Teil 2 von 4.

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Video 11. Okt. 2026
Kanzi – ein genialer Bonobo (Teil 3 von 4)
Dokumentation über den Bonobo Kanzi, der mit Hilfe von Symboltafeln (Lexigrammen) mit Menschen kommunizierte und gesprochenes Englisch verstand. Teil 3 von 4.

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Video 11. Okt. 2026
Kanzi – ein genialer Bonobo (Teil 4 von 4)
Dokumentation über den Bonobo Kanzi, der mit Hilfe von Symboltafeln (Lexigrammen) mit Menschen kommunizierte und gesprochenes Englisch verstand. Teil 4 von 4.

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Short 23. Sept. 2026
Elch wirft sein Geweih ab

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Short 14. Sept. 2026
Baby-Känguru schaut aus dem Beutel

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Video 14. Sept. 2026
Portugals letzter Zirkuselefant kommt in Europas erstem großflächigen Schutzgebiet an

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Video 13. Sept. 2026
Nashornmann Eric reist nach Grumeti
Nashornmann Eric aus dem San Diego Safari Park auf seiner Reise nach Grumeti in Tansania.
Akrobatische Flieger mit mythischem Ruf – Rabenvögel

Ein Kolkrabe im Flug — Foto: Colin Dalton

Artikel

Akrobatische Flieger mit mythischem Ruf – Rabenvögel

07. Nov. 2026

Drei Raben saßen auf einem Baum,
Drei schwärzere Raben gab es kaum.

Der eine sprach zu den andern zwei’n:
»Wo nehmen wir unser Frühmahl ein?«

Die andern sprachen: »Dort unten im Feld
Unterm Schilde liegt ein erschlagener Held.Theodor Fontane (Vers 1–3 aus dem Gedicht „Die drei Raben“)

Jeder kennt sie, nicht jeder mag sie: Rabenvögel. Überall auf dieser Erde zuhause, sehen wir neun ihrer mehr als einhundert Arten in Deutschland: Kolkraben, Raben-, Saat- und Nebelkrähen, Dohlen, einschließlich der Alpendohle, und Elstern, Eichel- und Tannenhäher. Wie wir Menschen haben sich diese Vögel einst vor Jahrmillionen in den Urwäldern entwickelt, ehe sie in die Offenlandschaften, also Tundra und Prärie, Felder, Küsten und sogar Städte, sozusagen ausflogen. Man geht davon aus, dass alle Rabenvögel von einem Ur-Raben abstammen. Vor rund zehn Millionen Jahren spezialisierten sich viele dieser Ahnen in den verschiedenen Erdregionen und passten sich an dort vorherrschende Bedingungen an. Das zeigt sich auch in verschiedenen Größen, Schnabeltypen und Gefiederfarben, wie wir sie heute bei den zahlreichen Rabenvögeln beobachten. Die europäische Raben- und die Nebelkrähe entwickelten sich in ihrer jetzigen Form sogar erst während der letzten Eiszeit. Als die Gletscher vor rund 15.000 Jahren schmolzen, trafen sie, besser gesagt ihre Nachfahren, wieder aufeinander. Ob sie als eigene Arten oder Unterarten gelten, darüber streiten manche Wissenschaftler, da sie gemeinsam Nachkommen zeugen können.

Nebelkrähe im Profil mit grauem Rücken und schwarzem Kopf
Eine Nebelkrähe — Foto: Engin Akyurt

Viele Mythen und Missverständnisse ranken sich um die klugen Vögel. Der Begriff „Rabeneltern“, den wir Menschen verwenden, wenn sich Erwachsene nicht um ihre Kinder kümmern, ist eines davon. Dass junge Krähen und Raben oft früh das Nest verlassen, ohne gut fliegen und sich alleine versorgen zu können, lasen Menschen lange Zeit falsch, nämlich als ein Verstoßen elterlicherseits. Tatsächlich sind die Jungvögel irgendwann einfach zu groß für die Nester. Sie werden nicht grausam rausgeworfen. Im Gegenteil: Rabenvögel sind sogar außerordentlich fürsorglich. Sie füttern ihre Kinder am Boden weiter und üben intensiv das Fliegen mit ihnen. In meiner Nähe leben Raben und verlässlich in jedem August starten sie von einer alten Eiche hinter meinem Garten erste Distanzflüge mit den Kleinen unter lautstarken, ihnen den Weg weisenden Rufen.

Zwei Krähen im Flug, die sich in der Luft um Futter streiten
Zwei Krähen im Flug — Foto: Frank Cone

Neben ihren wundervollen familiären Qualitäten sind Rabenvögel exzellent im Lösen komplexer Aufgaben und sehr verspielt. Einige Krähenvögel, wie zum Beispiel die Kolkraben, nutzen bis zu 33 verschiedene Laute, um miteinander zu kommunizieren. Je nach wissenschaftlicher Zählweise sogar mehr. Hier hört ihr nicht nur natürliche Laute von Raben. Kolkräbin Fable zeigt auch, wie die Tiere hervorragend menschliche – und andere – Stimmen nachahmen können:

Raben und ihre Stimme – YouTube

(Untertitel bei Bedarf am Rädchen auf Deutsch einstellen. Rabenvögel sind Wildtiere und gehören nicht in Gefangenschaft. Das Video dient nur zur Veranschaulichung ihrer sprachlichen Fähigkeiten.)

Auch sind ihre Flugkünste legendär: Junge Rabenvögel spielen in halsbrecherischen Loopings, Sturzflügen und schnellen Drehungen miteinander. Gerne fliegen sie dabei sogar kurze Strecken rücklings. Die Vögel nutzen Thermik, um sich von der Luft tragen zu lassen und so Energie zu sparen. Ihre Feinde greifen sie ebenfalls geschickt im Flug an. Krähen scheuen dabei selbst große Adler nicht, wenn es um den Schutz ihrer Küken oder Partner geht. Rabenvögel formen übrigens lebenslange Partnerschaften und legen miteinander verspielte – man will sagen verliebte – Choreografien am Himmel hin. Während erwachsene Raben und Krähen weitestgehend paarweise – oder beim Partnerverlust als Einzelgänger – leben, verbringen die jungen Wilden einige Zeit im Schwarm, ehe sie sich feste Partner suchen. Ausnahmen sind Dohlen und Saatkrähen: Diese Arten leben und brüten in Kolonien und gelten auch sonst als sehr gesellig. Im Herbst und Winter sieht man häufig ihre Schwärme, manchmal auch die von Nebelkrähen. Sie teilen Schlaf- und Futterplätze und nutzen so die Vorteile als Gruppe. Im Schwarm ist der einzelne Vogel zum Beispiel besser vor Greifvögeln geschützt. Einige der schwarzen Schwärme kommen aus kälteren Regionen in Nord- und Osteuropa zu uns, um im milderen Klima zu überwintern. Du kannst dir sicher vorstellen, dass diese Ansammlungen und ihre krächzenden, in der kalten Luft lange nachhallenden Rufe während der dunklen Jahreszeit einige Menschen verunsichern und ihnen ein unheimliches Gefühl bereiten. Andere wiederum finden, ihre unverkennbaren Laute und Silhouetten gehören zu einer echten Winterstimmung einfach dazu.

Raben und Krähen sind Allesfresser. Berüchtigt ist auch ihre Geschicklichkeit beim Verstecken von Leckerbissen vor ihren Artgenossen oder anderer Konkurrenz. Manche von ihnen – zum Beispiel Elstern – tun sogar zum Schein so, als ob sie etwas versteckten, nur um es dann woanders zu hinterlegen und so ihre Beobachter zu verwirren und das Futter zu sichern. Richtige Trickster!

Elster mit schwarz-weißem Gefieder und langem, grün schimmerndem Schwanz auf einer Kiefernspitze
Eine Elster — Foto: Baris Karagöz

Rabenvögel ernähren sich sowohl von Samen und Früchten, von kleineren Vögeln, Eidechsen und Fröschen, sogar Säugetieren, z. B. jungen Eichhörnchen, als auch von Aas und menschlichen Abfällen. Daher wurden sie zu Kulturfolgern von uns Menschen. Wir teilen eine jahrtausendealte Geschichte mit Rabenvögeln, in der wir sie viel beobachtet haben. Und sie uns. Einen Weg, wie sie leicht an Futter kamen, lernten sie, als sie begannen, unseren kriegerischen Brigaden und Banden zu folgen. Auch den Wikingerzügen. Verlassene mittelalterliche Schlachtfelder waren häufig geprägt von Raben- und Krähenscharen, die an den Leichen fraßen. So erhielten sie ihren Ruf, der bis heute anhält: Ihr Auftauchen gilt als Omen für Unheil und Tod. Während ihrer Raubzüge nutzten die Wikinger diese Symbolik geschickt zur Einschüchterung: Die Leichenfledderer zierten ihre Banner. Neben der mitschwingenden Todesdrohung signalisierten die wehenden Raben die Stärke Odins. Die Nordmänner trugen die Vögel nicht nur auf ihren Flaggen, sondern oft auch als Schmuck. Die Tiere spielen nämlich eine zentrale Rolle in den Mythen der Wikinger. Ihr Schöpfer- und Kriegsgott hat zwei Raben auf seinen Schultern. Sie heißen Hugin und Munin. Die beiden flüstern dem Gott der Götter die jüngsten Weltereignisse ins Ohr. Dafür fliegen sie jeden Tag in die neun nordischen Welten aus und kehren zur ersten Mahlzeit zu Odin zurück. Die klugen Vögel sind das Sinnbild für Odins Weisheit, sein Gedächtnis und auch seine Sorgen.

Eichelhäher mit blau gebänderten Flügelfedern auf dem Waldboden
Ein Eichelhäher — Foto: Ozcan Sahin

Auf den britischen Inseln gibt es den Ausdruck Murder of Crows, also „Mord der Krähen“, oder Unkindness, auch Conspiracy of Ravens, als Beschreibung eines Krähenschwarms. Auch weil man damals annahm, dass die Krähen Tribunal über ihresgleichen hielten und sie mit dem Tod bestraften. Das dachte man eventuell, weil man Krähenvögel beobachtet hatte, wie sie tote Artgenossen begutachteten. Das Verhalten bedeutete allerdings nicht, dass sie ihresgleichen nach richterlichen Beschlüssen töteten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Tiere ihre Toten schlichtweg untersuchen, um Hinweise auf die Ursache des Absterbens zu finden und sich so besser schützen zu können, z. B. vor Krankheiten oder Feinden.

Eine symbolische Belegung der Krähenvögel als Todesbringer jedenfalls findet sich nicht nur bei den Wikingern. Auch die irische Schicksalsgöttin des Todes, Morrigan, wurde vor über tausend Jahren als Gestaltwandlerin, die sich als Krähe zeigt, beschrieben. Bis heute nutzen Geschichtenerzähler aller Genres die negative Assoziation, um Gefühle des Unbehagens zu schaffen. Man denke an Alfred Hitchcocks berühmten Film „Die Vögel“.

Dohle im Profil mit grauem Nacken und hellblauem Auge
Eine Dohle — Foto: Nibman

Der schlechte Ruf, den wir Europäer diesen Tieren gaben, blieb nicht folgenlos. Vielerorts hier betrachten die Menschen Rabenvögel als unheimlich und als Plage und vertreiben und töten sie sogar. Ihre Nest- und Sitzbäume werden gerodet und sie selbst grausam an- und erschossen. In fast allen deutschen Bundesländern gelten Arten wie Rabenkrähen gesetzlich als jagdbar. Mit einer Sondergenehmigung auch Nebelkrähen und Dohlen. Dabei sind sie hilfreiche Aasbeseitiger in der Natur.

Es scheint allerdings so, als sei die Assoziation der Rabenvögel mit dem Tod und ihr damit einhergehender schlechter Ruf etwas sehr Regionales. Viele Ureinwohner Amerikas betrachten Krähen nämlich als Glück bringende Vögel. Ihre Klugheit faszinierte diese Menschen und sie wurden Teil vieler ihrer Schöpfungsgeschichten und symbolische Clantiere. Wenngleich die Krähensymbolik nicht auf Nordamerika beschränkt ist, heißt in Regionen, die in Montana und Wyoming der USA liegen, der indigene Stamm der „Kinder des großschnäbeligen Vogels“ auch Crow Nation:

Crow Nation – National Museum of the American Indian (Englisch)

In einigen der Ursprungsmythen sind die Rabenvögel sogar Licht- oder Sonnenbringer für uns Menschen. Auch in östlichen Traditionen stehen die Vögel in Verbindung zur Sonne. Der dreibeinige chinesische Sonnenrabe Yang-Wu wurde bereits während der Jungsteinzeit verehrt. Seine drei Beine sollen den Sonnenaufgang, -zenit und -untergang repräsentieren. Der symbolische Vogel findet sich nicht nur in China, sondern auch im japanischen und koreanischen Volksglauben. Die alten Griechen ordneten Krähen ebenfalls ihrem Lichtgott Apollon zu und achteten neben den prophetischen Fähigkeiten die hohe Intelligenz der Tiere. Diese Betrachtung hat sich zum Glück – trotz ihrer Belegung mit Dunkelheit und Tod – in den letzten zweitausend Jahren immer wieder durchgesetzt: Auch die heutige Biologie zählt die Rabenvögel zu den intelligentesten Tieren auf unserer Erde.

Zwei Kolkraben bedrängen einen Seeadler im Schnee, unten links eine Elster
Kolkraben im Streit mit einem Seeadler — Foto: Odd Rune Falch

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Alle Artikel und Videos an einem Ort — sortiert nach Datum, neueste zuerst.

Akrobatische Flieger mit mythischem Ruf – Rabenvögel
07. Nov. 2026

Akrobatische Flieger mit mythischem Ruf – Rabenvögel

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Makaken – nichts Böses sehen, hören, sagen
30. Okt. 2026

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Ich wollt, ich wär ein Huhn … nein, das wollt ich wirklich nicht.
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Mitbewohner mit acht Beinen und anderes tierisches Flair
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Von Göttlichkeit erfüllt – die betende Fangschrecke
24. Sept. 2026

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die betende Fangschrecke

Von Khoisan-Gottheit bis Femme Fatale: Kaum ein Insekt trägt so viel Symbolkraft wie die Gottesanbeterin.

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23. Sept. 2026

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Von den Höhlenmalereien in Lascaux bis zu ihrem therapeutischen Einsatz: Kaum ein Tier hat den Verlauf unserer Geschichte so geprägt wie das Pferd.

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Ein Tinker in der Dämmerung
11. Sept. 2026

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Iberischer Wolf
11. Sept. 2026

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11. Sept. 2026

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Welchen Platz nehmen Tiere in einer technologisch radikal veränderten Welt ein?

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11. Sept. 2026

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11. Sept. 2026

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Landung auf Rosa
11. Sept. 2026

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Über Unsere Tiere

Tiere sind erstaunlich. Auch wenn wir mit vielen von ihnen interagieren und kommunizieren können, hören, riechen, sehen, schmecken und fühlen sie die Welt auf eine andere Weise als wir – oft übersteigen ihre Sinnesfähigkeiten die unseren sogar. Denkt an den Geruchssinn von Hunden: Mit bis zu 200 Millionen Riechzellen in der Nase – verglichen mit nur etwa 5 Millionen bei uns – sowie einem zusätzlichen Riech-Organ im Maul sind sie sogar in der Lage, Gemütsverfassungen von anderen Tieren und uns Menschen zu „erschnüffeln“.

Tiere sind uns ähnlich und doch sehr anders als wir – genau das inspiriert uns. Tagtäglich. Indem wir Tiere beobachteten, haben wir fliegen gelernt, bestimmte chemische Stoffe und Materialien nachzubilden und sensorische Hilfsmittel wie Kameraobjektive zu entwickeln. Und lange bevor unser mechanistisches Weltbild sie auf ihre körperlichen Funktionen und deren Nutzen für uns Menschen reduzierte, inspirierten Tiere uns als totemistische und spirituelle Wesen.

Tatsächlich standen die Tiere seit jeher neben uns im Zentrum unserer Welt und wurden ein fester Bestandteil unserer Kultur: Die ersten Geschichten, die wir einander erzählten, handelten von Tieren – das bezeugen unsere jahrtausendealten Steinzeitmalereien.

Wir schrieben ihnen magische Kräfte zu, verehrten sie und opferten sie unseren Göttern. Deren übermenschliche Fähigkeiten stellten wir häufig in tierischen Attributen dar – man denke an die ägyptische Sphinx oder an Ganesha, den hinduistischen Gott der Hindernisse, mit seinem Elefantenkopf.

Mit dem Verlust ihrer natürlichen Lebensräume – ihrer Heimat – verschwinden Tiere zunehmend als unsere unmittelbaren, einem freien Leben nachgehenden Nachbarn. Dadurch entfremden wir uns. Selbst die Tiere, die unsere Nahrung und Kleidung werden, sehen nur sehr wenige Menschen. Die meisten von uns Menschen kennen solche Nutztiere nur noch in Form einzelner verkaufsbereiter Stücke oder Körperflüssigkeiten. Wenn die in unserer Nähe verbliebenen Tiere uns nicht als Hausgenosse oder Arbeitskraft dienen, nutzen wir sie überwiegend in erzählerischer oder symbolischer Funktion, etwa in Werbung, Unterhaltung, Design oder in sozialen Medien, um Aufmerksamkeit auf uns selbst zu ziehen. Es scheint, als würden wir die anderen Lebewesen immer seltener als eigenständige Subjekte mit einem inhärenten Anspruch auf ein freies Leben auf der Erde neben uns anerkennen. Dabei könnten wir auch in Zukunft viel voneinander lernen, wenn wir die Tiere respektieren und schützen und ihnen Räume für ein gesundes Leben erhalten.

Unsere Tiere bietet Interessierten wissenschaftliches und populäres Wissen über Tiere in kurzen Artikeln und unterhaltsamen Podcasts, dazu spannende Livestreams und Videos – fundiert, respektvoll und wahrhaft erstaunlich.

Wir alle können für Tiere einen Unterschied machen. Zum Besseren. Wenn wir es wollen.

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